Narbenbehandlung mittels Neuraltherapie
In der Neuraltherapie wird ein schwach dosiertes Lokalanästhetikum (macht lokal unempfindlich) an bestimmten Stellen gespritzt. Körperliche Beschwerden, die durch ein Störfeld (z.B. durch eine Narbe) entstanden sind, können damit gelindert oder geheilt werden.
Als Grundlage zum Verständnis dient das vegetative Nervensystem des Menschen, ein riesiges Leitungsnetz mit einer unvorstellbaren Gesamtlänge von 450'000 Kilometern. Jede unserer vierzig Trillionen Zellen ist über dieses Netz mit jeder anderen Zelle zu einer lebendigen kommunikativen Einheit verflochten. Lebensvorgänge wie Atmung, Durchblutung und Körpertemperatur werden hier mitkontrolliert. In diesem Netzwerk können sich aber auch Störungen ausbreiten und an entfernten Orten Beschwerden auslösen. Die Symptome werden als Krankheit diagnostiziert, die eigentliche Ursache aber wird verkannt. Es ist anzunehmen, dass bis zu 20 Prozent der chronischen Krankheiten durch solche Störfelder ausgelöst oder zumindest begünstigt werden.
Was sind Störfelder?
Störfelder sind krankhaft veränderte Gewebebezirke, die dauernd feinste Impulse an das vegetative Nervensystem aussenden. Diese ständig wiederkehrenden Reize können mit der Zeit im Körper Beschwerden verursachen.
Störfelder entstehen oft nach operativen Eingriffen, Verletzungen oder Infektionen. Die häufigsten sind somit Narben (auch die kleinsten, kaum sichtbaren), krankhafte Zähne, (operierte) Mandeln.
Wie wirkt die Neuraltherapie?
Die normale Nervenzelle weist an ihrer äußeren Hülle eine elektrische Ladung von etwa 90 Millivolt auf. Krankhafte Veränderungen senken das Energieniveau, die Nervenzelle verliert ihre Stabilität und beginnt unkontrollierte Reizsignale an die Umgebung auszusenden. Wie ein Störsender den Empfang eines Radiosignals behindern kann, wird die Sprache unseres Nervensystems nur noch als krächzend wahrgenommen, wie bei einem schlecht eingestellten Mittelwellensender.
In der Neuraltherapie wird gezielt ein lokales Anästhetikum eingespritzt (meistens Procain oder Lidocain), welches die störenden Nerven ausschaltet. Dies geschieht mit Hilfe von Quaddeln (kleinen Einspritzungen in die Haut), kleine Spritzen in Narben oder mit tieferen Injektionen.
Damit werden zwei Vorgänge eingeleitet:
- Der «Störsender» wird augenblicklich teilweise oder gänzlich ausgeschaltet. Der Körper wird von den Störsignalen befreit, die «Sprache» erklingt wieder in «digitaler», hoher Qualität.
- Das lokale Anästhetikum bewirkt, wie vom Zahnarztbesuch her bekannt ist, eine lokale Anästhesie. Die Stelle wird unempfindlich. Die Nervenzelle verliert ihre (krankhaft veränderte) elektrische Ladung und wird ruhig gestellt, wie ein Knochenbruch in einem Gipsverband. In den nächsten Stunden – so lange wirkt das Anästhetikum – hat die Nervenzelle Gelegenheit zu regenerieren und Energie aufzutanken. Nach dem Abklingen der Anästhesie baut sie wieder eine gesunde und stabile elektrische Ladung auf. Ist einmal das verantwortliche Störfeld identifiziert und neuraltherapeutisch ausgeschaltet, kann die Heilung innert kurzer Zeit eintreten, manchmal innert Sekunden. Dies wird dann als «Sekundenphänomen nach Huneke» bezeichnet, benannt nach dem Entdecker der Neuraltherapie.
Es ist möglich, lokale oder auch ausstrahlende Restbeschwerden durch die Injektion in die Narben wirkungsvoll zu lindern oder zu heilen. Interessanterweise werden «hässliche» Narben nach der Neuraltherapie wieder viel unauffälliger und häufig nicht mehr als «fremd» empfunden.
Behandlungschema in meiner Praxis: 3-5 Behandlungen Dauer: 30 Min. Investition: ca 45 Euro pro Termin